Was tun,wenn die Farbe mal komplett runter muß.
Entweder man hat schon zuviel Lack,sprich mehrere verschiedene Lackierungen aufgebracht und die
Schichtstärke hat eine Dicke erreicht,die jenseits von Gut und Böse liegt und fängt schon langsam an
zu reißen oder man hat beim Lackieren schlicht und einfach gepatzt oder,oder,..........
Was nun tun,denn das Zeug muß runter.Es gibt nun 3 verschiedene Varianten.Man bringt das Teil,von
welchem der Lack runter muß,zu einer professionellen Ablaugerei,was zwar im ersten Moment die
Teuerste,aber dafür umweltfreundlichste und so ziemlich sicherste Variante wäre.Man kann das Teil
aber auch mit einem recht rauhen Schmirgelpapier (Körnung 80 - 120) so lange maltretieren,bis der Lack
zwar ab ist,dafür aber auch die Finger fast blutig geschliffen sind.Oder aber man greift zur Variante 3
und fängt damit an,das Teil selbst und ohne große Sauerei abzulaugen.Und genau ,dieses möchte ich hier
ein wenig näher bringen.

Bevor ich aber auf die einzelnen Arbeitsschritte eingehe,möchte ich jedoch schon vorab bemerken,daß
es sich bei den hier verwendeten Materialien um Chemikalien und Flüssigkeiten handelt,bei welchen
unbedingt die Sicherheitsvorschriften auf den jeweiligen Behältnissen zu beachten sind.
Dies gilt insbesondere für die Belüftung,den Umgang mit offenem Feuer und den Hautschutz.Auch eine
Schutzbrille ist in jedem Fall zu tragen,da Laugenspritzer in die Augen bleibende Schäden hervorrufen.

Na dann laugen wir mal ab

Der Grund,warum dieser Kotflügel abgelaugt wird ist
eine zu dicke Lackschicht,da er schon mehrfach lackiert und immer
wieder mit neuem Airbrush gespritzt wurde.Ich möchte nun einen
komplett neuen Lackaufbau machen und dazu muß nunmal alles runter.
Sie sehen hier die verwendeten Materialien und entsprechende Handschuhe.
Bei den Flüssigkeiten handelt es sich um normale Lackierverdünnung
und einer gelartigen Ablaugsubstanz,welche in jedem Lackfachbetrieb zu
erhalten ist.Bei den Handschuhen handelt es sich um handelsübliche
Latexhandschuhe und extra säure- und laugefeste Gummihandschuhe,welche
eigentlich in jeder Haushalts- oder Werkzeugabteilung in fast allen
Super- und Heimwerkermärkten zu finden sind.Ich glaube,das Erwähnen
einer entsprechenden Arbeitsunterlage erübrigt sich.Es werden auch noch
       2 Flachpinsel benötigt.Einer für das Ablaugmittel und der andere für die anschließende Reinigung mit Verdünnung.
 


Ein letzter Blick auf das Bild bevor es
                                          ganz verschwindet
 

            Ich empfehle,immer nur in kleinen Teilabschnitten zu arbeiten,da das Ablaugmittel nach ca 5-10 min.,je nach
            Menge des Auftrags (auf keinen Fall zu viel auftragen) seine volle Wirkung entfaltet,aber noch nicht zu tief in
            den Untegrund eingedrungen ist.So bleibt es weich und läßt sich wie im nächsten Bild zu sehen,ganz locker und
            ohne große Schmiererei mit einer Spachtel entfernen.Den Untergrund erwähne ich deshalb,da dieses Mittel
            auch eventuelle Grundierungen wie Füller oder Spritzspachtel angreift,welcher aber nicht immer komplett
            entfernt werden muß oder soll.Wird der eingestrichene Lack nicht an allen Stellen so krauselig wie auf dem Bild
            zu sehen,kann man ja an den jeweiligen Stellen noch einmal dünn mit Ablauggel nacharbeiten,aber wie schon
            erwähnt,nicht zuviel.
 

Die Spachtel sollte man vor Arbeitsbeginn an den Kanten
etwas abrunden,da diese von Haus aus sehr scharfe Ecken
haben, die u. U. zu tiefen Riefen führen können,welche dann
im Nachhinein wieder ausgespachtelt werden müßten.Die
abgekratzte Farbe sollte man in einer leeren Dose oder Glas
sammeln und nach Beendigung dieser Arbeit dem Sondermüll
zuführen.Bitte nicht achtlos in die Mülltonne werfen.
 


Die Ablaugerei ist hauptsächlich dafür gedacht,Decklacke,also alle Schichten welche mit
Härter aufgebracht wurden,zu entfernen.Etwaige Rückstände von Basislacken lassen sich
ganz einfach mit handelsüblicher Verdünnung und einem Pinsel abwaschen,was gleichzeitig
den Effekt hat,das abzulaugende Teil von allen Resten des Ablaugmittels zu reinigen,welches
auch mit aller Sorgfalt getan werden sollte,da es ansonsten nachwirkt und beim spätern
Lackieren u. U. zu einem bösen Erwachen kommen könnte.
 

So,nun geht's an die zweite Hälfte.
 

Und so sieht es dann aus,wenn alles fertig abgelaugt und gereinigt ist.Ich empfehle nun,das Teil
über Nacht gut ablüften zu lassen,bevor man es wie auf dem letzten Bild zu sehen,mit 120er Papier
anschleift,eventuelle Riefen ausspachtelt und es neu füllert,nochmals naß mit 800er bis 1200er Papier
zwischenschleift und Schritt für Schritt die neue Lackierung mit Airbrush aufbringt


 
 

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